Zu den affektiven Störungen zählen Manien, Bipolare Störungen und Dysthymien, also lang andauernde Phasen gedrückter Stimmung. Mit Abstand am häufigsten finden sich in den meisten psychotherapeutischen Praxen jedoch depressive Störungen. Diese sind allem voran durch eine anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und einen reduzierten Antrieb geprägt. Daneben erleben die Betroffenen häufig Schlafstörungen sowie eine Veränderung des Appetits. Vielen fällt es in einer solchen depressiven Episode schwerer sich zu konzentrieren und Dinge zu merken. Oft leidet auch das Selbstwertgefühl der Betroffenen, sie machen sich vermehrt Vorwürfe und leiden unter Schuldgefühlen. Getroffene Entscheidungen und vergangenes Verhalten werden nicht selten kritisch hinterfragt und sind Inhalt einer ständig wiederkehrenden inneren Auseinandersetzung. Gefühle von Lebensüberdruss, Gedanken an den Tod oder auch Selbstmordgedanken, bis hin zu tatsächlich gezeigtem suizidalem Verhalten, können ebenfalls im Rahmen einer depressiven Störung auftreten.

Entsprechend sind der Aufbau von Lebensfreude und Selbstwert zentrale Ziele der meisten Behandlungen. Häufig werden daher zunächst die Patienten bei der Wiederaufnahme angenehmer Aktivitäten sowie sozialer Kontakte unterstützt. Bestehende negative Selbstzuschreibungen und und unverhältnismäßige Kritik an der eigenen Person werden gemeinsam mit dem Therapeuten hinterfragt und durch angemessenere und hilfreichere Bewertungen ersetzt. Insbesondere bei Patienten, die schon länger unter einer depressiven Störung leiden und sich nicht selten sozial sehr zurück gezogen haben, kann es darüber hinaus sinnvoll sein soziale Fertigkeiten aufzufrischen.