Das Feld der Angststörungen ist ein sehr weitreichendes. Gemein ist allen zugehörigen Erkrankungen das Erleben von Angst vor bestimmten Reizen und damit einhergehende körperliche Reaktionen wie Herzrasen, Atemnot oder Zittern. Nachfolgend sollen einige Angsterkrankungen beispielhaft vorgestellt werden.

Wer unter einer sogenannten Agoraphobie leidet, hat in der Regel Angst davor sich im öffentlichen Raum aufzuhalten. Das können beispielsweise öffentliche Plätze, Einkaufszentren und Supermärkte, Bus und Bahn oder auch ganz allgemein Menschenmengen sein. Häufig besteht die Angst vor einem Kontrollverlust, die Situation nicht rechtzeitig verlassen zu können oder gar zu versterben. Nicht selten führt die Angst an den entsprechenden Orten zu starken körperlichen Reaktionen wie Schweißausbrüchen oder Atembeschwerden und kann sich bis zur Panik steigern. Entsprechend fällt es den Betroffenen schwer die gefürchteten Situationen aufzusuchen, teilweise überhaupt Haus oder Wohnung zu verlassen.
In der Behandlung der Agoraphobie sind Konfrontationen mit den angstauslösenden Situationen das Vorgehen der ersten Wahl. Dabei werden mit dem Patienten gemeinsam die Situationen ausgewählt und, vor allem zu Beginn, auch gemeinsam aufgesucht. Daneben spielen vor allem kognitive Behandlungsansätze, die eine Veränderung der problemrelevanten Bewertungen zum Ziel haben, eine wesentliche Rolle.

Eine Soziale Phobie ist in erster Linie durch die Angst vor Bewertungen und Kritik durch Andere gekennzeichnet. Häufig geht mit dieser Angst ein geringes Selbstwertgefühl einher. In den angstauslösenden Situationen neigen die Betroffenen zu starker Selbstaufmerksamkeit. Sie denken dann oft, sie würden komisch aussehen, auftreten oder sich irgendwie blamieren. Typische Situationen, die die Betroffenen vor Probleme stellen, sind Vorträge, gemeinsames Essen mit anderen oder Feiern. Besonders im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen bereitet ihnen oft großes Unbehagen.
Die Behandlung sozialer Ängste stellt den Aufbau einer realistischeren Selbstwahrnehmung in den Vordergrund. Hierzu wird auf kognitive Techniken, aber auch Verhaltensexperimente zurück gegriffen. Daneben kann, je nach Bedarf und unter Zuhilfenahme von Rollenspielen, an sozialen Kompetenzen gearbeitet werden.

Zentrale Merkmale einer Generalisierten Angststörung sind überdauernde Ängste und Sorgen vor zukünftigen Ereignissen sowie eine damit einhergehende körperliche Anspannung. Dabei sind die Ängste weniger an bestimmte Situationen gebunden und kreisen in der Regel nicht nur um ein Thema. Viel mehr Beschäftigen sich Betroffene mit möglichen persönlichen Schicksalsschlägen, etwa dem Verlust nahestehender Menschen oder des Arbeitsplatzes. Aber auch Nachrichtenthemen und das Weltgeschehen können zu den Sorgenthemen gehören. Durch die körperliche Anspannung, welche sich durch innere Unruhe, Muskelverspannungen oder auch Zittern äußern kann, fällt es den Betroffenen häufig schwer zur Ruhe zu kommen. Entsprechend kommt es nicht selten zu Schlafstörungen während der Nacht.
Ähnlich der Behandlung anderer Angststörungen kommen auch hier konfrontative Elemente zum Einsatz. Da die Sorgenthemen jedoch häufig zukünftige, noch nicht tatsächlich erfahrbare Ereignisse umfassen, wird zumeist auf eine gedankliche, vorgestellte Konfrontation zurück gegriffen. Auch kognitive Elemente wie das Hinterfragen von Inhalten und Wahrscheinlichkeiten der Sorgen spielen häufig eine Rolle. Daneben können Entspannungsverfahren zum Einsatz kommen, insbesondere zur Behandlung körperlicher Folgeerscheinungen.