Zwangsstörungen finden sich, ähnlich der Angststörungen, in vielen verschiedenen Ausprägungen. Häufig anzutreffen sind etwa Kontroll-, Ordnungs-, Reinigungs- und Zählzwänge. Daneben findet sich auch das Phänomen des magischen Denkens. Damit ist die Überzeugung gemeint, durch eigenes Denken oder Handeln einen „magischen“ Einfluss auf beispielsweise räumlich entfernte Personen oder Ereignisse zu haben. Zwangsstörungen sind durch sich aufdrängende, meist unangenehme Gedanken geprägt, die in der Regel Verhaltensimpulse nach sich ziehen. Das in der Folge gezeigte Zwangsverhalten, etwa wiederholtes Händewaschen oder die mehrfache Kontrolle der Haustür, dient dazu, insbesondere zu Beginn der Störung, befürchteten Konsequenzen zu neutralisieren. Im weiteren Verlauf der Störung können sich die Verhaltensweisen soweit ritualisiert haben, dass gedankliche Auslöser und befürchtete Konsequenzen kaum mehr bewusst wahrgenommen werden. Meist folgt auf das Zwangsverhalten eine Reduktion der Angst und Anspannung, wodurch das gezeigte Verhalten verstärkt wird. Nicht selten entwickeln sich so über mehrere Monate oder Jahre ausgeprägte und sehr zeitaufwendige Zwangsrituale. Die Störung ist oft sehr schambelastet, weswegen Betroffene häufig erst nach Jahren professionelle Hilfe aufsuchen.

Wie auch bei Angststörungen, wird zur Behandlung von Zwängen auf Konfrontationen mit unangenehmen und vermiedenen Reizen zurück gegriffen. Allerdings wird hier vor allem auf ein Unterlassen der Zwangshandlungen, also der sogenannten Neutralisationen, Wert gelegt. Ergänzend wird auf kognitive Techniken zurück gegriffen, etwa um Bewertungen zu eigenen Ansprüchen und erwarteten Konsequenzen zu verändern.